Biodynamische Weine zwischen Mond und Horn (WVLG025)

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  • #8405
    Florian Boldt
    Verwalter
    #8407
    AndiBausT
    Teilnehmer

    Hallo zusammen 🙂

    Generell finde ich die Biodynamie schwer zu diskutieren, weil es oft sehr schnell ideologisch wird. Für die einen ist Biodynamik der einzige Weg, für andere ist es Humbug. Ich sehe es, in kurzen Worten, eher gespalten.

    Ich bin mir sehr sicher, dass es zwischen den drei Rubriken KONVENTIONELL, BIO und BIODYNAMISCH in den meisten Fällen nur wenig oder gar keine schmeckbaren Unterschiede gibt (bei ansonsten vergleichbarer Herstellung; z.B. Kellertechniken), die eben Rückschlüsse auf bio, konventionell, etc. zulassen – egal ob im Wein oder bei Nahrungsmitteln generell. Im Podcast war z.B. von Spontanvergärung die Rede. Das hat mit ziemlicher Sicherheit einen großen Einfluss auf den Weingeschmack, ist aber ja nicht den biologischen/biodynamischen Winzern vorbehalten, sondern wird auch von konventionellen Hersteller praktiziert.

    Ein ganz anderer Aspekt ist für mich das Thema: was ist gesünder? Da geh ich schon davon aus, dass biodynamische Lebensmittel gesünder sind, denn nicht alles, was nicht mit wissenschaftlichen Methoden bewiesen werden kann, muss falsch sein. Ob das jetzt vom Mond, vom Meditieren im Weingarten, vom Hornmist oder sonstigen Präparaten kommt, bzw. doch eher von der sorgfältigen Pflege, kann ich nicht sagen… vermutlich niemand!

    Kurzum: ich denke, dass biodynamischer Wein (und Lebensmittel im Generellen) sich geschmacklich nicht unterscheiden, aber in der Regel sehr wohl gesünder sind, als konventionelle Produkte – vielleicht auch gesünder als Bio.

    Interessant fand ich auch die zwei Podcasts von „Blindflug“ zu dem Thema. Vor allem, dass im Bereich Weinbau der Schritt von Bio zu Biodynamisch gar nicht mehr wirklich groß ist, sich aber finanziell ja doch rechnet.

    Ich bin gespannt auf Antworten und andere Meinungen dazu! Viele Grüße, Andreas

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monaten, 4 Wochen von AndiBausT.
    #8410
    Florian Boldt
    Verwalter

    Liebe Andreas,

    vielen Dank für Deinen fundierten Kommentar!

    Meiner Meinung nach ist es nicht verwunderlich, dass Diskussion über Biodynamik schnell ideologisch wird. Es handelt sich ja im Grunde um eine Ideologie; und das meine ich nicht abwertend. Aber für mich ist das schlicht die Definition von Ideologie, wenn Ansätze nicht wissenschaftlich nachweisbar oder belegbar sind. Aber ich will nicht ausschließen, dass es Zusammenhänge und Auswirkungen gibt, die bis dato noch nicht beweisbar sind. In jedem Fall ist es natürlich sehr begrüßenswert, wenn immer mehr Landwirte eine naturnahe Anbauweise verfolgen mit weniger oder am besten gar keinen Einsatz von künstlichen Dünger oder Pflanzenschutzmitteln. Insofern bin ich da total entspannt.

    Recht hast Du mit Deiner Anmerkung zur Spontanvergärung. Ich wollte damit andeuten, dass von biologisch oder biodynamisch arbeitenden Winzer auch gerne alternative Kellertechniken zum Einsatz kommen. Wozu ich im weiteren Sinn die Sponti dazu zählen würde. Aber ich werde demnächst mit biodynamischen Winzern sprechen und bin sehr gespannt, was deren Meinung dazu ist.

    Genussreiche Grüße aus München

    Florian

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