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Archive: Episoden

Schaumwein und Rotwein aus dem Elsass (WEIN061)

Gekühlte Weine aus dem Elsass

In der zweiten Episode zum Thema Elsass beschäftigen wir uns mit zwei wesentlichen Spezialitäten, die das Elsass neben den wichtigen weißen Weinen ergänzen und somit zu seiner Einzigartigkeit beitragen. In dieser Ausgabe geht es um den Cremend d’Alsace und um Pinot Noir, der hier im äußersten Osten Frankreichs gekühlt serviert wird. Trotz der verhältnismäßig hohen Temperaturen am Westufer des Rheins werden überwiegend Rebsorten für eher kühle Regionen angebaut und bis auf den Kühle bevorzugenden Spätburgunder findet man kaum nennenswerte Bestände an blauen Trauben. Diese Kombination führt u. a. wahrscheinlich zu den tendenziell säureärmeren und etwas breiteren Weine. Insbesondere der Pinot Noir gelingt hier aber erstaunlich frisch und dennoch kraftvoll. Durch den geringen Tanningehalt dieser blassen Rotweine und dem zumeist warmen und trockenem Wetter, wird dieser gerne auf 12 bus 14 Grad Celsius gekühlt serviert. Dieses Erlebnis eines gekühlten Rotweins als unerfahrener Weinbeginner wird mir immer in Erinnerung bleiben, weil es ein untrüglicher Hinweis auf die unvorstellbare Vielfalt der Weinwelt ist.

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Junge Menschen in der Gastronomie mit Jan Luca Umlandt (Sondersendung #010)

Junge Weintalente mit Ambitionen

Es geht weiter in meinem Reigen der Vorstellung besonderer Menschen und Berufe in der Weinbranche. Heute erfährt ihr vom 21jährigen Jan Luca Umlandt, wie er zum Wein gefunden hat. Nach kurzer Zeit war seine Begeisterung so groß, dass er in diesem Bereich arbeiten möchte. In seiem Chef Claus Peter des gleichnamigen Genußhotels in der Wingst hat er auch einen frühen Förderer seiner Talente gefunden. Nach kurzer Zeit konnte er sich im Restaurant und Weinkeller als auch in der Organisation von Veranstaltungen ausprobieren und Erfahrung sammeln. Ich finde es einfach faszinierend, wie bereits sich so junge Menschen derart für Wein begeistern können und ihre sensorische Ausbildung in Angriff nehmen. Dazu gehört sicherlich Talent, aber auch Einsatzbereitschaft und Aufgeschlossenheit.

Tipp: Wer die leckeren Weine vom Weingut Hummel in schöner Atmosphäre probieren möchte, kommt am einfachsten auf das Weinfest des Hotel Peters am 8. und 9.7.2022 nach Wingst. 

Das alleine ist aber selten ausreichend um voranzukommen und Sicherheit im Umgang mit Produkten und Gästen zu erlangen. Durch die Zusammenarbeit von dem Hotel mit zuliefernden Winzern ist mit Inhaber Daniel Rhein vom Wein- und Sektgut Hummel in Baden eine Unterstützung von Jan Luca zustande gekommen, die ihn auch hinter die Kulissen der Produktionsseite hat blicken lassen.

Die Weine

Im Rahmen dieses Gesprächs verkosteten wir diese beiden Weine von Daniel Rhein, die auch auf der Weinkarte des Genußhotels Peters zu finden sind:

  1. Weingut Hummel, Sauvignon Blanc „Malscher Ölberg“, 2021
  2. Weingut Hummel, Pinot Meunier Rosé „Falscher Ölberg“, Kabinett, 2021

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hören und Probeiren und sende Euch genußreiche Grüße

Euer Florian
Weinakademiker – Diploma in Wine and Spirits (DipWSET)

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Elsässer Weißwein (WEIN060)

Weißweine aus Frankreichs Nordosten

Wir machen uns auf über die Grenze von der Schweiz nach Frankreich. Endlich! Frankreich – der Nabel zumindest der Weinwelt. Jeder, der sich bisschen mit Wein auskennen möchte, kommt an le grande nation nicht vorbei. Egal ob es den persönlichen Geschmack oder die Trinkgewohnheiten entspricht. Aus Frankreich kommen einfach die erfolgreichsten Rebsorten und die damit verbundenen bzw. erzeugten Weinstile sind Vorbild und Idol in aller Herren Länder.

Wenn man die bekanntesten und wichtigsten Stile oder Herkünfte Frankreichs aufzählt, denkt allerdings kaum jemand an das Elsass. Durch die wechselhafte Geschichte und Zugehörigkeit dieses Landstrichs ist es vielleicht auch nicht so unmittelbar mit dem kulturellen Kern dieser Nation verbunden. Das hat sich auch in der Sprache, der Kultur und letztlich auch in den verwendeten Rebsorten niedergeschlagen. Der deutsche Einfluss verblasst aber immer mehr und nur die älteren Generation sprechen noch deutsch.

Die Lage zwischen Rhein und den Hügeln der Vogesen bringen diesem schmalen, langgezogenen Anbaugebiet ein warmes aber vor allem ein sehr trockenes Klima. So überrascht es wenig, dass vor allem der Gewurztraminer (sic!), hier schnell an Säure verliert und schwer, barock ausfällt mit ordentlich viel Alkohol. Nicht gerade das, was der Trend bei den Konsumenten ist. Die Corona-Krise mit dem zeitweisen Zusammenbruch des Tourismus ließ den Absatz dieses Elsässer Unikats fast vollständig zusammenbrechen. Die dort angebauten Burgunderrebsorten wie Pinot Blanc und Auxerrois gelingen bei guten Erzeugern aber auch sehr frisch, knackig und leicht, wie wir in dieser Verkostung schmecken werden.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hören und Probeiren und sende Euch genußreiche Grüße

Euer Florian
Weinakademiker – Diploma in Wine and Spirits (DipWSET)

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Auf ein Glas Wein mit Jörg Wilczek (WEIN059)

Passionierter Wein-Fotograf aus der Schweiz

Zum Abschluss des Themenblocks Schweizer Wein freue ich ich Euch einen interessanten Gesprächspartner aus der Schweiz mit einem ungewöhnlichen Beruf in der Weinwelt präsentieren zu können: Jörg Wilczek ist Weinfotograf (hier bei LinkedIn)! Ich finde, ein sehr schönes Beispiel, welche unerwarteten Berufe und Tätigkeiten im Wine Business ergriffen werden können.

Jörg hat das Fotografieren von der Pike auf als Handwerk gelernt. Zunächst brachte ihn sein Beruf in die schillernde und glitzernde Welt der Mode, wo er auf zahlreiche Stars und Sternchen traf. Allerdings hat ihn Wein schon mit Anfang 20 fasziniert, sodaß es vorprogrammiert schien, diese zwei Themen miteinander zu verbinden. Wir wissen allen, dass die Weinbaugebiete zu den schönsten Fleckchen Erde zählen und mit ihren pittoresken Landschaften hervorragende Motive darstellen. Fotografen sind aber wichtige Rädchen in der großen Maschinerie Wein. Weit abseits von verklärter Romantik und Tradition benötigen viele Betriebe und deren Produkte professionelle Aufnahmen für Marketing und Produktplatzierung. Genau hier hat Jörg eine Nische gefunden seine Kunden professionelle Bildprodukte anzubieten. Darüber hinaus hat er noch bei vielen Büchern mitgewirkt (siehe weiter unten). Eine weiteres Projekt mit viel Herzblut ist ein eigenes Weinmagazin, welches noch in den Startlöchern steht und noch Partner sucht. Hierfür oder für andere Fragen freut sich Jörg auf Deine Nachricht.

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Auf ein Glas Wein mit MW Thomas Curtius (Sondersendung 009)

Wine Down Under

Ich freue mich sehr, Euch ein weiteres Interview mit einem deutschen Master of Wine (MW) präsentieren zu dürfen! Thomas Curtius hat sich schon vor ein paar Monaten entschlossen, in meinem Podcast zu gastieren. Zum einen ist er auch einer der „neuesten“ MW aus Deutschland und zum anderen verbindet uns beide das Quereinsteigertum in der Weinwelt. Ich habe ihn bereits schon auf der ProWein 2019 kennengelernt als er über sein Steckenpferd Australien auf einem Stand referierte. Damals steckte er noch mitten in der Ausbildung. Ein großer Teil des Interviews ist demnach auch der Ausbildung zum MW gewidmet. Für jeden von Euch, der das Projekt angehen möchte, gibt er sehr hilfreiche Tipps, wie man am besten bestehen kann.

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Auf ein Glas Wein mit Michael Leibacher (WEIN058)

Frische Weine vom Schweizer Rhein

Ich freue mich sehr, Euch in diesem Interview zum Schweizer Weinbau Michael Leibacher aus Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen vorstellen zu dürfen. Entlang des dominierenden Stroms zwischen dem Bodensee bzw. dem Untersee und des berühmten Rheinfalls findet im Wesentlichen Weinbau nur auf Schweizer Boden statt. Die produzierten Mengen sind eher klein, die Erzeugerstruktur kleinteilig und wie üblich für Schweizer Wein gelangt Wein aus der AOC Schaffhausen kaum über die Grenze. Leider, weil Michaels frische und knackige Weine die gleichermaßen bekömmlich für säureabgeneigte Genießer sehr lecker und interessant sind. Seinen Betrieb führt er nun in der vierten Generation weiter, aber nicht als Vollwinzer sondern als Traubenbauer, damit er sich voll und ganz auf den Anbau seiner neun Rebsorten fokussieren kann. Aus seinem Sortiment probieren wir Raritäten wie Räuschling, Muscaris und Cabernet Dorsa.

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Schweizer Rotwein (WEIN057)

Rotwein aus den Alpen

Die Schweiz als mehr oder weniger alpines Weinbauland, wird nicht grundlos in erster Linie mit ihrem Chasselas in Verbindung gebracht – einen Weißwein! Bedingt durch die hohen Weinlagen reifen einige weiße Rebsorten tendenziell besser und verlässlich aus, als rote. Jedoch steht da die Statistik zur Verteilung der Rebflächen in Bezug auf die Rebsorte in Widerspruch: knapp 60% der Weinberge sind mit roten Rebsorten bestückt. Selbst der so häufig erwähnte Chasselas (Gutedel) schafft es nicht auf Platz 1 der am meisten angebauten Sorten: dieser belegt „nu“ 3.700 ha (knapp 25%). Die Pole Position beansprucht der Pinot Noir/Spätburgunder, der aus der Schweiz kommend nicht immer ganz korrekt Dôle genannt wird, mit ca. 4.000 ha (etwa 27%).

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Tropischer Weinbau (Sondersendung #008)

Frische Weine aus tropischer Hitze?

Auch während meinen Urlaub bin ich ständig auf der Suche nach neuen Entdeckungen in der Weinwelt, die meinen eigenen Horizont erweitern sollen. Selbst an Orten, die nicht unbedingt bekannt für Weinbau sind und an die nicht in erster Linie beim Schlagwort Wein gedacht wird, haben Spannendes und Neues zu bieten. So bin ich auf eine Wineries im tropischen Florida gestoßen, die aus für uns unüblichen Früchten Weine bereiten. Zum einen sind dort Weine aus Beeren und Früchten weit verbreitet. Ich habe mir einen trocken ausgebauten Blaubeerwein zu Gemüte geführt und war durchaus über den Geschmack positiv überrascht. Zum anderen muss natürlich in diesen weitestgehend jahreszeitenlosen Gebieten auf andere Rebsorten bzw. Weinreben zurückgegriffen werden, die an diese durchgängig hohen Temperaturen perfekt angepasst sind. In diesem Fall habe ich mir den Weißwein „Fratelli“ von Sparacia Witherell Family Winery & Vineyards aus der Weinrebe Muscadine (Cultivar Carlos) gekauft und verkostet.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hören und Probeiren und sende Euch genußreiche Grüße

Euer Florian
Weinakademiker – Diploma in Wine and Spirits (DipWSET)

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Auf ein Glas Wein mit Yvonne Heistermann (WEIN056)

Ambassadrice du Chasselas

Wir vertiefen das Thema der letzten Episode „Schweizer Weißwein“ mit der ausgewiesenen Expertin Yvonne Heistermann. Sie und ihr Mann David Schwarzwälder, den Du schon von der ersten Sondersendung zur ProWein 2019 kennt, sind sehr gefragt und umtriebig in der Weinwelt unterwegs. Yvonne ist neben vielen Engagements die Botschafterin für Chasselas in Deutschland. Ich hatte das Vergnügen mit ihr ein Interview zum Schweizer Weißwein und insbesondere zum Chasselas zu führen. Yvonne berichtet uns viele Infos und Details zu Charakter und Stil der wichtigsten weißen Rebsorte der Schweiz. Gegen Ende dieser Episode erfährst Du noch ganz praktische Tipps zum Kauf von Schweizer Wein und zu Weintourismus sowie zu Weinveranstaltungen wie die Fete du Chasselas.

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Schweizer Weißwein (WEIN055)

Alpine Terra Incognito

Mit dieser Episoden starten wir in eine weiteres deutschsprachiges Weinbauland: Die Schweiz. Mit ihr verbinden wir zu erst Berge mit Heidi, Schokolade und Uhrmacherhandwerk. Jedoch ist die Schweiz nicht nur ein hoch entwickeltes Industrieland, sondern auch ein Weinbauland mit sehr langer Tradition. Funde von Traubenkernen lassen vermuten, dass bereits einige Jhd. vor Chr. bereits in der Nähe des Genfer Sees Weinbau betrieben wurde. Die wichtigste und vielleicht auch bekannteste Rebsorte ist der Chasselas, die bei uns Gutedel genannt wird. Für einige weitere Rebsorten gibt es in der Schweiz lokale Synonyme.

Für Nicht-Schweizer sind die Weine aus der Eidgenossenschaft nahezu unbekannt. Das liegt zum einen am deutlichen höheren Preisniveau als in bspw. in Deutschland und an der sehr geringen Ausfuhrmenge. Die Schweizer trinken ihren relativ wenigen Wein einfach zu gerne selber. Auf den knapp 15.000 ha werden etwa 1,3 Mio. hl Wein erzeugt. Der Schweizer Konsum liegt dagegen bei etwa 3 Mio. hl.; also muss die ungefähr die doppelte Menge der Eigenproduktion importiert werden. Da bleibt kaum was übrig für den Export.

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